Bauchmuskeln vs. Wirbelsäule?
Oft hört man den Spruch “Starke Bauchmuskeln entlasten die Wirbelsäule”. Es ist aber genau anders herum: Durch die Anspannung der Bauchmuskeln wird die Wirbelsäule sogar noch mehr belastet. Die Begründung hierfür ist der Inhalt dieses Artikels.
Grundsätzlich wird zwischen gerader und schräger Bauchmuskulatur unterschieden. Sie hat die Funktion den Körper im Rumpf zu beugen und zu drehen. Wir müssen uns jetzt vorstellen was bei Anspannung der Bauchmuskulatur passiert, wenn wir keine Rückenmuskulatur hätten. Wir würden nach vorne auf die Nase fallen. Nicht schön!
Damit das nicht passiert, müssen die Rückenmuskeln anspannen um den Körper im Gleichgewicht zu halten. Das ist wie bei einer Waage: der Drehpunkt ist dabei der Wirbelkörper (nach dem Hebelgesetz = Hebel 1. Ordnung). Je mehr jetzt die Bauchmuskeln anspannen umso mehr muss die Rückenmuskulatur arbeiten um das Gleichgewicht zu halten. Man nennt das auch das Gleichgewicht der Kräfte (L1 x K1=L2 x K2).
Da die Rücken- und Bauchmuskulatur anspannt, bringen beide eine Kraft auf, deren Summe sich am Drehpunkt auswirkt. Das Resultat ist, dass mehr Druck auf den Wirbelkörpern und somit auch mehr auf den Bandscheiben entsteht, welche zwischen den Wirbelkörpern liegen.
Für die Bandscheibe ist das von Vorteil, da sie sich durch Diffusion ernährt. Die Bandscheiben funktionieren wie ein Schwamm: bei Belastung werden sie ausgepresst und bei Entlastung nehmen sie Flüssigkeit auf. Deshalb ist man morgens nach dem Aufstehen auch ein bis zwei Zentimeter größer.
Fazit: die Bauchmuskeln belasten die Wirbelsäule und das ist auch gut so!
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Sonntag, Dezember 16, 2007 um 21:34
und was genau heißt das jetzt? Soll man die Bauchmuskulatur nun trainieren, wenn man Rückenprobleme hat? Oder eher nicht, weil das den Rücken noch weiter belastet?
Montag, Dezember 17, 2007 um 10:02
Die meisten Rückenprobleme entstehen durch Bewegungsmangel und Fehlbelastungen.
Natürlich ist es sinnvoll wenn man die Bauchmuskeln bei Rückenproblemen trainiert, da sie ja wie gesagt auch zur Aktivierung der Rückenmuskulatur führt und somit die Wirbelsäule aufrichtet. Die Stabilisierung der Wirbelsäule durch Kräftigung der Muskulatur ist das Ziel des Trainings welches noch durch andere Übungen wie zum Beispiel Dehnung der Hüftbeugemuskulatur ergänzt wird.
Ein ganz wichtiger Punkt ist, dass die Rückenprobleme vorher durch den Arzt abgeklärt werden um eine genaue Diagnose zu haben!
Mittwoch, Januar 9, 2008 um 21:44
Hallo,
habe durch meinen Job (Bürostuhlakrobat) schon relativ die ersten Anzeichen von Rückenproblemen gemerkt. Doch diese konnte ich durch Situps (normal, wie seitlich) gut beheben.
Dazu kommen mittlerweile Übungen aus diesem Weblog hier (man achte auf die Rumpfübung :)) und “normaler” Sport (Schwimmen, Joggen, Radfahren).
Alles im Lot und ich erhalte langsam auch wieder eine gerade Körperhaltung.
Mittwoch, Januar 9, 2008 um 22:03
Als Schreibtischtäter versuche mal mehr in die Aufrichtung zu arbeiten. Das heisst, dass du auch Übungen für den oberen Rückenbereich machst, z.B. Rudern mit dem Theraband.
Tipp: Wenn du stehst, sollten deine Daumen am gestreckten Arm leicht nach schräg außen zeigen. Das bedeutet, dass der Schultergürtel korrekt steht. Wenn du dann sitzt, ziehe deine Schulterblätter nach hinten unten (als würdest du die unteren Schulterblattspitzen in die hintere Hosentasche stecken wollen). Man kann das auch gut als Übung machen: die Muskelspannung ca 10-20 sec halten.
Bis demnächst,
sportliche Grüße Thomas
Donnerstag, März 13, 2008 um 8:42
Ein früh antrainiertes Muskel”skelett” kann sicher nicht schaden. Aber wenn schon Rückenprobleme bestehen, dann nix wie zum Arzt oder zur Rückenschule.